Kultur

Heute möchte ich Euch20171103_131257

von einer ganz besonderen Einladung erzählen.

Mable und ich haben nämlich Kultur gemacht.

Meine Rehasport-Teilnehmerin Barbara ist nämlich

Stadtführerin von Gütersloh.

Und hat sich Zeit genommen für Mable und mich.

So hatten wir eine ganz persönliche, wunderschöne Stadtführung durch unsere Stadt und ebendiese sehe ich jetzt mit ganz anderen Augen.

Start war unser Stadtmuseum, da gabs schon die ersten interessanten Informationen. Wusstet Ihr, das Gütersloh 1184 erstmalig urkundlich erwähnt wurde? Und sogar ein König hat unser Städtchen schon mal besucht. Nämlich der Preußenkönig Wilhelm der IV. Der Herr ist extra zur Grundsteinlegung des Stiftischen Gymnasiums gekommen. Das ist doch wohl der Hammer.

Durchs Trommelpättken, an der Ducktail bar vorbei, zum alten Kirchplatz. Die Pättkens dienten den Menschen früher als erleichternde Abkürzung. Mussten Sie doch nicht nur ihre Einkäufe, sondern auch Ihr Holz fürs Warmhalten schwer schleppen.. Und getrommelt hats wegen der schweren Holzschuhe, die Mable später noch anprobiert.. 🙂

Am alten Kirchplatz staune ich nicht schlecht, was es hier alles zu erzählen gibt. Früher waren die Gebäude Getreidespeicher, heute ist es für mich der schönste Platz von Gütersloh. Hier halte ich mich gerne auf, zwischen all den liebevollen, kleinen, Fachwerkhäuschen. Und ein Friedensplatz war er auch noch, unser alter Kirchplatz. Hier durfte man nicht kämpfen. Hier galt der Kirchfrieden.

Weiter geht’s.

Unterwegs zeigt Barbara uns die Stolpersteine. Ich bin geborene Gütersloherin und habe diese Erinnerungsstücke noch nie bemerkt. Bin immer einfach drüber gegangen. Ohne sie zu würdigen. Dabei sind sie wichtige Bestandteile der deutschen Geschichte. Mable zeigt Euch einen. Sie sind Erinnerungen an Menschen. Erinnerungen an Lücken, die durch Deportationen entstanden sind. Auch in Gütersloh hat der Nationalsozialismus gewütet. In unserem beschaulichen, friedlichen Städtchen wurden Menschen verschleppt und gelten bis heute als vermißt. Und wenn man weiß, was Ihnen geschehen ist, macht es diese Tragödie auch nicht besser. Wieder einmal bin ich sehr dankbar. Dankbar darüber, wie gut es mir geht. Ich habe keinen Krieg miterlebt, bin behütet in unserem Städtchen aufgewachsen und lebe mit fast 50 immer noch gesund und munter vor mich hin. Das ist SO ein Privileg. Dafür bin ich immer dankbar,- und jetzt gerade ganz besonders!

Wir gehen noch an vielen spannenden Gebäuden und Ereignissen vorbei. Ein andernmal erzähle ich Euch mehr davon. Am Ende unseres spannenden Ausfluges dürfen wir ins Museum und Mable probiert direkt mal die hübschen Holzschuhe aus, die „Klotschen“.

Toll wars! Ich gehe nun anders durch unsere Stadt. Ehrfurchtsvoller und wacher. Und ich danke Barbara für diesen wirklich tollen Ausflug.

 

Herzlichst,

Simone und Mable

2formore.de

2018-02-03T12:57:09+00:00

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