pro und contra

Neulich war ich auf einem Grillabend. Nichts Ungewöhnliches, sagt Ihr? Ungewöhnlich nicht, aber spannend,- denn.. es saßen Hundebesitzer UND Bauern UND Gärtner an ein und demselben Tisch.. eine hervorragende Voraussetzung für einen wilden Meinungsaustausch.. 

Normalerweise bekämpfen sich ja Bauern und Hundebesitzer. Die Bauern schimpfen über die Hundebesitzer und die wiederum regen sich über die hysterischen Bauern auf. Aber was ist wirklich dran an diesem ewigen Heckmeck? Wer hat wann Recht und wer sollte wann wirklich Rücksicht nehmen und warum?

Hund und Mensch steigen aus dem Auto aus. Der Spaziergang beginnt. Und schon liegt auch die erste Wiese einladend vor uns.. Ein Stock wird auserkoren und auf der Wiese wild präsentiert. Bis Hund feststellt, das keiner guckt. Tja, auch doof, eine Bühne ohne Zuschauer.. Hund lässt Stock also fallen, trottet weiter seines Weges und … Bauer sauer..

„Meeeiin Gott“, denkt Hundespaziergänger, aber für den Bauern kann dieser Stock bis zu 50 Euro kosten. Denn wenn der Stock später in den Siloballen gerät und die Folie durchsticht, dann wird der Ballen feucht und gammelig und unbrauchbar. Und dann waren bis zu 50 Euro Herstellungskosten für die Katz..DAS muss ja nicht sein, oder?  Also, den fetten Stock aus der Wiese rausgeholt oder den Hund damit garnicht erst auf die Wiese gelassen.. Kann Hund ja auch auf dem Weg präsentieren. 🙂

Wald,- bei dem Wetter gerade eine Erholung von der Hitze. Nicht nur für uns ein Segen, auch andere Tiere genießen den kühleren Schatten und leben überhaupt und sowieso vorwiegend hier. Rehe z. B.. Bleibt Hund auf den Wegen, kein Ding. Galoppieren die Hunde aber weit und wild durch den Wald, stören sie die Waldbewohner und mit ein bischen Pech begegnen sich Hund und Reh tatsächlich mal und eine lange Hatz beginnt..DAS muss ja nicht provoziert werden, zumal Autobahn und Strassen nicht wirklich weit weg sind. Gefährlich für Tier und Mensch. Also, besser toben und rennen die Hundis  auf den Wegen und ihre Besitzer können wunderbar das Zurückrufen üben, sobald die Hunde Anstalten machen, die Wege zu verlassen.

Wiesen und Felder folgen, die Hunde, jeia, drauf und wild gerannt, Fangen gespielt, mit quietschenden Puschen gestoppt und dem Verfolger entkommen. Und Vollbremsung, uuund einer muss mal. Der andere nutzt den Moment um nach Mäusen zu buddeln. Kot auf Wiese, Loch in Wiese, Bauer sauer.

„Meeein Gott“, denkt Hundebesitzer. „Füchse, Rehe, Hasen“ die müssen doch auch mal und machen auf die Wiesen.. Jaaa, aber die Frequenz machts..Maal ein Kothaufen ist zu verkraften, aber viele, viele Haufen machen das spätere Futter ungenießbar. Also, bitte wegmachen oder, noch besser, den Hund garnicht erst auf Feld und Wiese drauf lassen. Toben und bremsen geht auch auf den Wegen..Und, wieder gibt es Leckerchen fürs Zurückkommen, wenn Hund ins Feld rennen will,.

Und mal ehrlich, möchte irgend jemand, das fremde Hunde im eigenen Vorgarten herumtoben? Und da dann auch noch Haufen hinsetzen und Löcher reinbuddeln? Die Wiesen und Felder gehören nämlich deren Besitzern, die Vorgärten den Hauseigentümern. Nicht uns Hundebesitzern!

Das und einiges mehr habe ich an dem Grillabend zu hören bekommen und ich fand es spannend und richtig und lebe es mit meinem eigenen Hund, erkläre und übe es auch mit meinen Kundenhunden. Nicht immer klappt es! Junghunde müssen erst lernen, das es nicht angesagt ist, die Wege zu verlassen. Und manchmal geht das schief und dann nützt auch die beste Munition mal 2 min nix.. Da appeliere ich jetzt an die Bauern und Gärtner, „habt Nachsicht“, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Aber zum üben muss man es auch tun, sonst kann man es ja nicht üben. 🙂

Ich verstehe die Bauern sehr gut. Was ich nicht verstehe, ist, wenn manch Bauer extra nochmal aufs Gaspedal drückt, wenn wir Hundespaziergänger unterwegs sind. Das ist vorsätzlich gefährlich und Leben aufs Spiel setzen, DAS muss doch wirklich nicht sein, oder?  Wenn beide Seiten Rücksicht nehmen, nicht nur sich selbst und ihre eigenen Interessen wahrnehmen,sondern auch die der anderen respektieren, die Bauern auch mal vom Gas runtergehen, wenn Spaziergänger mit Hunden den Weg kreuzen und Hundebesitzer ihre Hunde auf den Wegen halten, dann lässt es sich doch nebeneinander wunderbar spazieren und ackern. Oder?

 

Herzlichst,

 

Simone und Mable

 

 

 

2017-06-22T06:29:10+00:00

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