Radwandern mit Hund

Guten Morgen allerseits,

wir fahren wandern. Statt Hundetraining in Gütersloh gibts die nächsten Tage Wandern auf rundem Gummi und ich freue mich schon sehr drauf. Hast Du schon mal eine Radwanderung mit Deinem Fellfreund gemacht? Nicht eine Radtour, so`n paar Stündchen und dann wieder zurück, sondern einige Tage oder gar Wochen lang? Wenn ja, erzähl mir davon! Wenn Du Lust hast, schreib mir von Deinen Erfahrungen und Erlebnissen. Wenn nein, erzähl ich Dir von meinen Erfahrungen und meinen Erlebnissen..

Zuerst mal war da das Rad. Mein Rad. Mein altes Rad. Wirklich alt, denn 1998 erbaut. Schön, blau, fährt immer noch gut, aber ich sitze darauf wie ein Schluck Wasser in der Kurve. So kann man nicht radwandern. Also ziehe ich erstmal los für ein neues Rad. Beim Fahrradhändler um die Ecke bekomme ich eine Einweisung in`s rückengerechte, sportliche Rad fahren, was auf meinem alten Rad völlig unmöglich ist. Über mein altes Rad wird kräftig hergezogen und ich bestelle ein Neues.. Und freu mich drauf..

Zweite Aufgabe ist der Hänger. Als Welpe hatte Mable schon ihren Wohnwagen. Hässlich gelb und auch alt, aber funktionstüchtig. Sie fand das schon ganz cool dadrin, gab`s doch immer Futter in dem Gefährt und fressen ist eine ihrer Leidenschaften. Aber eben auch alt, fuhr sie dann doch nicht so besonders gerne damit, denn es rumpelte um sie herum ganz schön. Ich bestelle mir also das Rad und ihr einen „doggy van“ in blö, passend zu meinem Rad, denn das sollte auch in blö sein. Und dann warte ich und freu mich drauf.

Gute 6 Monate später ist das Rad auch schon da und die erste Tour fühlt sich mächtig komisch an. Ich sitze wie auf einem Schopper, denke ich und mein Rücken streckt sich lang. Alles komisch, aber ich habe keine Nackenprobleme wie sonst nach dem Radeln. Sehr gut. Hänger dran und los gehts, Premiere. Und dann versauen wir uns schon Mables Wohnwagen, denn nach einer Stunde schüttet es von oben und hört und hört nicht auf. Mable findet ihr neues Gefährt super, denn es rumpelt nicht mehr so. Die Stoßdämpfer scheinen deutlich besser zu sein als beim alten Wohnwagen.. 🙂 AAber, jetzt wo es regnet, jammert sie doch. Erst verstehe ich nicht, warum, aber dann um so mehr…. Ein schwarzes Gesicht guckt mich an, wo eigentlich ein blondes sein sollte. Oh Schreck schwere Not, das Spritzwasser vom Regen spritzt Mable genau ins Gesicht. Na prima!! Denk also dran, prüfe das Schutzblech vom Rad auf Regentauglichkeit für den Hänger Deines Hundes, bevor Du auf grosse Tour fährst, denn das ist wirklich nicht schön, selbst für einen schlamm- und Dreck-liebenden Hund. Mable hatte richtig schlechte Laune,- eine Stunde Fahrt durch den Regen,- eine Stunde schlechte Laune… Armer Schatz!!

Wir fahren seitdem mit einem Engel, denn nun haben wir „Flügel“ hinten am Schutzblech. Und Mable hat wieder Spaß,- Wetter egal! Und mit einem Blümchen, vorne bei mir. Ich weiss, ich weiss, total kitschig. Aber lustig. Macht mir gute Laune, wenn ich auf das bunte Blümchen blicke.

So, Rad und Wohnwagen passen. Jetzt zum Gepäck. Was braucht man an Klamotten für eine Radwanderung? Und wo tut man das alles rein? Ich besuche also wieder meinen Radladen und lasse mich beraten. Heraus kommt eine Koffer-Gepäcktasche und eine Lenkertasche, die ich auch als Handtasche nutzen kann. Ich hab noch nie eine Handtasche besessen, dazu muss ich erst auf grosse Radtour gehen.. hihi..Aber mal im Ernst,- das ist sehr gut, denn in der Lenkertasche sind meine Wertsachen, und die kann ich zacki zacki einfach abmachen und mitnehmen, wenn ich z. B. was besichtigen möchte. Das ist eine wirklich gute Idee. Eine wirklich gute Idee ist auch die Koffergepäcktasche. Seitlich die typischen 2 Fächer, die jeder kennt. Da passt ein bischen was rein,, gut. Aber für eine Woche oder mehr? Da spanne ich einfach noch den Koffer obendrauf und habe richtig, richtig viel Platz. Eine wirklich gute Geschichte. Und alles mit Regencape, so bleiben alle Insassen des Koffers und der Gepäcktaschen trocken, egal welches Wetter. Und zusätzlich kriegen die Insassen noch Tüten drumrum, dann kann nix mehr passieren, selbst wenn mir mal alles runterfällt, der Koffer aufgeht oder was auch immer..

Also, halten wir fest: Wenn Du eine längere Radwanderung mit Deinem Hund machen möchtest, brauchst Du 1. ein gutes Fahrrad. Gut in dem Sinne, das Du so fahren kannst, das es Deinem Körper und besonders Deinem Rücken gut tut und Du keine Schmerzmittel brauchst, um den brennenden Nacken zur Ruhe zu bringen oder ähnliches. Brauchst Du 2. einen  guten Hänger für Deinen Hund, damit dieser sich auch wohl fühlt und genug Platz da hintendrin hat. Brauchst Du 3. eine geeignete Kombination von beidem, damit es praktisch ist und für beide Reisenden gut organisierbar. Das Schutzblech des Hinterrades sollte tief genug sein, der Fahrradständer des Rades nicht durch das Hängergestell blockiert werden o. ä. Achtet auf solche Kleinigkeiten, denn die können auf Dauer echt nerven. Brauchst Du 4. ausreichendes Taschenmaterial, um Deine Sachen trocken unterzubringen. Ich empfehle Kofferpacktaschen, denn die Menge an Platz ist genial. Nicht schön, wirklich nicht. Aber praktisch.

Brauchst Du 5.gutes Kartenmaterial, Orientierungssinn, Kreativität, ein Handy, Seife, Welan, zwei Paar Schuhe, Mut und Humor,-  aber dazu mehr, wenn ich zurück bin….

Jetzt fahren Mable und ich erstmal los,- auf den Spuren der Ems. Es geht in Gütersloh los, wir nehmen die Abkürzung über Harsewinkel und stoßen dort auf den Emsradweg und den radeln wir bis in die Gegend rund um Münster. Und wenn alles gut verläuft und die Landschaft hübsch anzusehen und der Weg hundetauglich ist, dann bieten wir das nächstes Jahr für Mensch-Hund-Teams an, die Lust auf ein verlängertes Wochenende auf Gummi haben. 🙂

 

Gut Gummi,

 

herzlichst, Simone und Mable

 

2015-08-17T13:00:55+00:00

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