Der will nur spielen

Guten Morgen allerseits nach Gütersloh,

Gestern Mittag Hundetraining in Gütersloh im Brünings Busch. Ich hatte einen Rüden im Training, der es mit anderen Rüden meistens nicht so gut kann. Wir üben das! Begegnungen mit anderen Hunden. Folgende Situation hatten meine Kundin und ihr Rüde zu meistern: Ihr Hund an der Leine, links neben ihr. Ein Mensch kommt uns mit seinem Hund entgegen.Ein Rüde! Los gehts:

Wir bitten ihn,- nein falsch, Sie bittet ihn darum, seinen Hund nicht zu uns zu lassen.Klar, macht er. Nimmt seinen Hund an die Leine und geht weiter auf uns zu. Meine Kundin beauftragt nun ihren Hund, den Futterbeutel zu tragen und gibt ihm ausserdem die Aufgabe, die Seite zu wechseln. Jetzt läuft ihr Hund rechts neben ihr und trägt den Beutel. Der fremde Mensch geht mit seinem Hund links an uns vorbei. Ihr Hund trägt den Beutel und wird, nachdem der Fremde außer Reichweite ist, aus dem Beutel belohnt.

Warum dieser Wechsel und überhaupt?

Also: Der Hund meiner Kundin heißt Paul. Paul hat apportieren gelernt und hier v. a. Apportieren des Futterbeutels. Er erarbeitet sich mit Frauchen zusammen über den Beutel sein Frühstück. Das macht den Beutel wichtig. Paul weiß, ohndog-99213_1280e Beutel holen kein Frühstück. Das ist blöd, also strengt er sich an und wird satt und beide gehen zufrieden nach Hause. Jeden Morgen. Nun kommt ein fremder Rüde. Paul möchte den gerne anknurren und ggf. attakieren. Aber nun hat er ja den Beutel zu tragen, also eine wichtige Aufgabe zu erledigen. Er überlegt sich dreimal, ob er wirklich den anderen Hund beachten soll, denn dann muss er den Beutel ausspucken und dann… Frühstück ade.. Ne, ne.. Dann muss das Attackieren warten. Jetzt nicht.. Ausserdem hat Frauchen die Situation ja auch schon geklärt und im Griff. Paul ist sogar beeindruckt von Frauchen, denn die hat es geschaftt, den Fremden und seinen Hund zu stoppen, anzuleiten und sie in ihre Schranken zu verweisen. Frauchen hat also alles unter Kontrolle. Was Frauchen zu dem Fremdem gesagt hat, weiss Paul natürlich nicht, er kann ja kein menschisch. Aber er hat Augen und aus seiner Sicht hat Frauchen die Kontrolle dieser Situation übernommen und das sehr gut. Paul ist ein territiorialer Hund, da ist ihm Kontrolle wichtig. Und wenn Frauchen das so gut macht, muss er sich ja nicht auch noch einmischen. Unnötig. Da kann er sich wunderbar um sein Frühstück kümmern. Und Frauchen vertrauen.

Und warum die Seite wechseln?

Das fremde Mensch-Hund-Team kam uns an der linken Seite entgegen. Hätte Frauchen Paul links gelassen, wäre er dem Team näher gewesen als Frauchen. In dem Moment aber, wo Frauchen ihn auf die andere Seite holt, sagt sie ihm damit, dass er sich nicht kümmern braucht, dass stattdessen sie das regelt, denn nun ist sie dem fremden Team näher. Sie ist quasi der Puffer dazwischen.

Diese Situation war prima.Hervorragend. Das fremde Mensch-Hund-Team war sehr nett und hat uns mit ihrem Entgegenkommen unseres Wunsches in unserem Training sehr unterstützt.

 

Vielen Dank an diesen netten Fremden, der uns ohne wenn und aber und warum denn und „haben sie etwa ihren Hund nicht im Griff“ oder „der will nur spielen“ unterstützt hat! Eine sehr gelungene Hundestunde dank gegenseitiger Unterstützung und Rücksichtnahme!

2015-07-17T06:39:54+00:00

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